Arbeitsgruppe
Strukturierte mündliche Prüfungen
Die neue zahnärztliche Approbationsordnung (ZApprO) bringt zahlreiche tiefgreifende Änderungen für das Zahnmedizinstudium mit sich. Neben z.B. einer Neustrukturierung des Studiums in drei Studienabschnitte treten anstelle der früheren Vorprüfungen drei zahnärztliche Prüfungsabschnitte: die Z1- (mündlich), Z2- (mündlich-praktisch) und Z3- (schriftlich und mündlich-praktisch) Prüfung.
Übergeordnete Ziele der interdisziplinär zusammengesetzten Arbeitsgruppe (AG) sind:
- (Weiter-)Entwicklung kompetenzorientierter, standardisierter und innovativer Prüfungsformate, die nicht nur fachliches Wissen, sondern auch klinisches Denken, Handlungskompetenz und Entscheidungsfähigkeit erfassen
- Optimierung der Bewertungsmethoden und Einführung standardisierter Kriterien zur fairen Leistungsbeurteilung
- Vernetzung der Prüfungsverantwortlichen und Förderung der Zusammenarbeit zwischen (vor-)klinischen und zahnmedizinischen Fächern, Fakultäten, Prüfungsämtern und internationalen Partner:innen
Der Schwerpunkt der AG liegt derzeit auf der Gestaltung und Durchführung der Z1-, Z2- und Z3-Prüfungen. Es werden Strategien und Lösungsansätze für die optimale und effektive Umsetzung der Prüfungsformate entwickelt und aufbereitet, einschließlich neuer digitaler Unterstützungs-möglichkeiten. Aktuell wird ein Prototyp für die digitale Umsetzung strukturiert mündlicher Prüfungen (SMP) entworfen, eine zentrale Plattform für die Entwicklung, den Austausch und die Archivierung von Prüfungsfragen aufgebaut, die Klassierung der zahnmedizinischen Fächer weiterentwickelt und ein gemeinsames Review-System von Prüfungsaufgaben erarbeitet.
Die Arbeitsgruppe setzt sich für eine nachhaltige Weiterentwicklung, Standardisierung und Digitalisierung strukturierter mündlicher Prüfungen (SMP) ein. Die Arbeit in den gemeinsamen Treffen zeigt, wie durch strukturierte Vorgehensweisen, klare Kriterien und digitale Werkzeuge Prüfungen verlässlicher, effizienter und nachhaltiger gestaltet werden können und wie fakultätsübergreifende Zusammenarbeit diesen Prozess entscheidend voranbringt.
Warum sind Strukturierte mündliche Prüfungen (SMP) wichtig?
Mündliche Prüfungen sind ein zentraler Bestandteil der zahnmedizinischen Ausbildung – sie sollen Wissen, Verständnis und Handlungskompetenzen zuverlässig bewerten. Ihre Nachteile liegen jedoch in hoher Subjektivität, geringerer Vergleichbarkeit und höherem personalem Aufwand als bei schriftlichen Formaten.
Strukturierte mündliche Prüfungen (SMP) schaffen hier Abhilfe: Sie ermöglichen klare Bewertungsmaßstäbe, transparente Prüfungsbedingungen und eine faire Beurteilung aller Studierenden. Die Digitalisierung bietet eine große Chance: Moderne Prüfungswerkzeuge erleichtern die Durchführung, sparen Ressourcen und verbessern die Qualitätssicherung.
Begriffserklärung: Strukturierte mündliche Prüfungen (SMP)
SMP (im Englischen Structured Oral Examinations, SOE) sind standardisierte Prüfungsformate, die spezifische Kompetenzen anhand vorab festgelegter Kriterien bewerten. Eine strukturierte Vorgehensweise stellt sicher, dass alle Studierenden unter vergleichbaren Bedingungen geprüft werden.
Vorteile von SMP:
Objektive Bewertung
Einheitliche Kriterien verhindern willkürliche Benotungen.
Effizienz und Nachvollziehbarkeit
Prüfungsprozesse werden klar und rechtskonform dokumentiert.
Chancengleichheit
Studierende haben gleiche Ausgangsbedingungen.
Digitalisierung und Nachhaltigkeit
Elektronische Tools sparen Papier und erleichtern die Prüfungsorganisation.
Das Team
Die AG SMP vereint Expert:innen aus Zahnmedizin, Prüfungsforschung, Bildungswissenschaften und IT. Gemeinsam entwickeln wir Prüfungsformate der Zukunft – mit interdisziplinärer Expertise und praxisnahen Lösungen.
Dr. med. dent. Anna-Lena Hillebrecht
AG-Vorsitzende
Frau Dr. med. dent. Anna-Lena Hillebrecht ist Funktionsoberärztin und Bereichsleiterin für Gerostomatologie an der Klinik für Zahnärztliche Prothetik des Universitätsklinikums Freiburg.
Mit einer Doppelqualifikation als Zahnärztin und Zahntechnikerin verfügt sie über eine umfassende Expertise in der Rehabilitation von Mundgesundheit bei Personen mit zahnmedizinisch relevanten Grunderkrankungen.
Als Spezialistin der Deutschen Gesellschaft für Alterszahnmedizin (DGAZ) sowie als Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Zahnmedizin für Menschen mit Behinderung (DGZMB) engagiert sie sich für eine verbesserte zahnmedizinische Versorgung von Personen mit besonderem zahnmedizinischem Unterstützungsbedarf.
Im Rahmen des Masterstudiengangs „Master of Medical Education (MME) Deutschland“ liegt ihr Schwerpunkt auf einer bedarfsgerechten, kompetenzorientierten Curriculumsentwicklung sowie innovativer Prüfungsgestaltung.
Alina Gruseck
Mediendidaktikerin und E-Learning-Beauftragte
Frau Alina Gruseck ist Expertin für Mediendidaktik und E-Learning am Department für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde des Universitätsklinikums Freiburg. Nach ihrem Staatsexamen in Latein, Biologie und Erziehungswissenschaft an der Universität Freiburg im Jahr 2021 widmete sie sich der digitalen Lehre und der didaktischen Gestaltung innovativer Lernformate.
Seit 2023 unterstützt sie das Studiendekanat der Zahnmedizin in der Entwicklung und Implementierung moderner E-Learning-Konzepte, um die medizinische Lehre interaktiver, praxisnäher und nachhaltiger zu gestalten.
Dr. med. dent. Lisa Zöll
MME-D (Jahrgang 2023–2025)
Frau Dr. Lisa Zöll ist Zahnärztin und Medizindidaktikerin mit ausgewiesener Expertise in der Vermittlung kommunikativer Kompetenzen und in der Entwicklung von Prüfungsformaten. Nach dem Studium der Zahnmedizin an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg (2013–2018) ist sie seit 2019 an der Poliklinik für Parodontologie und Zahnerhaltung der Universitätsmedizin Mainz tätig.
Seit 2022 bringt sie ihre didaktische Expertise als Medizindidaktikerin für die Zahnmedizin in der Rudolf Frey Lernklinik in Mainz ein. Ihr Schwerpunkt ist die Umsetzung der neuen zahnärztlichen Approbationsordnung.
Im Rahmen des Masterstudiengangs „Master of Medical Education (MME) Deutschland“ engagiert sich Lisa Zöll besonders für die praxisnahe und kompetenzorientierte Prüfungsgestaltung. Als Dozentin im Mainzer Medizin Didaktik Programm (MDP) liegt ihr Fokus aktuell auf der Konzeption und Durchführung strukturierter mündlicher Prüfungen.
Prof. Dr. Stefan Rupf
MME
Herr Prof. Dr. Stefan Rupf ist ein anerkannter Experte auf dem Gebiet der Zahnmedizin mit besonderem Fokus auf strukturierte mündliche Prüfungen (SMP). Seit 2020 ist er Professor für Synoptische Zahnmedizin an der Universität des Saarlandes.
Mit einer langjährigen klinischen Erfahrung als Oberarzt und stellvertretender Klinikdirektor an der Klinik für Zahnerhaltung des Universitätsklinikums des Saarlandes prägt er die Ausbildung zukünftiger Zahnmediziner:innen. Seine Expertise untermauert er mit einem Master of Medical Education (MME) der Universität Heidelberg sowie seiner Rolle als Beauftragter des Saarlandes für die zahnmedizinischen Prüfungen.
Neben seiner akademischen Laufbahn ist Prof. Rupf Spezialist der Deutschen Gesellschaft für Zahnerhaltung (DGZ) und engagiert sich aktiv in der Weiterentwicklung innovativer Prüfungsformate in der Zahnmedizin.
Dr. med. dent. Sarah Rampf, MME
MME
Dr. Sarah Rampf ist Medizindidaktikerin an der Universitätsklinik Heidelberg. Ihre Arbeitsschwerpunkte liegen in evidenzbasierter Prüfungsdidaktik, kompetenzorientierter Curriculumsentwicklung und der Gestaltung moderner Prüfungsformate.
In der Arbeitsgruppe SMP verantwortet sie insbesondere die didaktische Fundierung der Prüfungen sowie die Entwicklung kompetenzbasierter Bewertungsmaßstäbe. Darüber hinaus entwickelt sie ein strukturiertes Feedback- und Reviewinstrument zur systematischen Qualitätssicherung der Prüfungsfälle und zur Unterstützung der standortübergreifenden Reviewprozesse.
Wir setzen auf eine enge Zusammenarbeit mit Studierenden und Lehrenden, um praxisnahe Prüfungsformate zu entwickeln.
Aktuelle Forschungsprojekte und Aktivitäten
- Prototyp für digitale SMP: Entwicklung eines UCAN-gestützten Bewertungstools (geplant bis Sommer 2025)
- SMP-Datenbank: Aufbau einer zentralen Plattform für die Entwicklung, den Austausch und die Archivierung von Prüfungsfragen
- Gemeinsame Publikationen und Workshops: Wissenschaftliche Begleitung der Prüfungen
- Internationale Zusammenarbeit: Kooperation mit Partner:innen an internationalen Hochschulen zur Standardisierung von SMP
Mitwirkung
Möchten Sie Teil unserer Arbeitsgruppe werden? Wir freuen uns über engagierte Mitstreiter:innen aus den Bereichen Zahnmedizin, Humanmedizin, Prüfungsforschung und digitale Bildung.
Beteiligungsmöglichkeiten:
- Forschung und Publikationen
- Entwicklung neuer Prüfungsformate
- Testung und Evaluation digitaler SMP
- Austausch zu aktuellen fachlichen Aspekten
Vorteile der Mitarbeit:
- Mitgestaltung neuer Ausbildungs- und Prüfungsformate
- Zugang zu aktuellen Prüfungsfragen
- Austausch in einem interdisziplinären Netzwerk
- Möglichkeit zur wissenschaftlichen Veröffentlichung
Events
Unsere nächsten Netzwerktreffen und Workshops sind in Planung, unter anderem ein Symposium im Oktober 2025.
Die Termine werden veröffentlicht, sobald sie feststehen.
info@cares.institute