Der Hans-Günther-Sonntag-Preis 2026 wurde auf Grundlage des einstimmigen Jurybeschlusses vom 26. Februar 2026 gleichrangig an zwei erste Plätze vergeben. Ausgezeichnet wurden die folgenden beiden Projekte.

„Digitale strukturierte mündliche Prüfungen (SMP): Standardisierung, Qualitätssicherung und Kompetenzorientierung in staatlichen Prüfungen“

  •  Jun.-Prof. Dr. med. dent. Anna-Lena Hillebrecht, Juniorprofessur für Gero- und Maxillofazialprothetik, Klinik für Zahnärztliche Prothetik, Universitätsklinikum Freiburg
  • Dr. med. dent. Lisa Zöll, Poliklinik für Parodontologie und Zahnerhaltung / Rudolf Frey Lernklinik, Universitätsmedizin Mainz
  • Prof. Dr. Stefan Rupf, MME, Synoptische Zahnmedizin, Universität des Saarlande
  • Dr. med. dent. Sarah Rampf, MME, Poliklinik für Zahnerhaltungskunde, Medizinische Fakultät Heidelberg
  • Alina Gruseck, Department für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde, Universitätsklinikum Freiburg

 

Kompetenzorientierte Prüfung der gynäkologischen Beckenuntersuchung: Untersuchung eines EPA-basierten integrierten praktisch-kommunikativen Hybridtrainings mit Video-Feedback und OSCE“.

  • Dr. med. Anke Esber, Oberärztin, Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde und Reproduktionsmedizin, Universitätsklinikum Jena (Projektleitung, Projektentwicklung und Koordination)
  • Dr. med. Anne Wünsch, Klinik für Geburtsmedizin, Universitätsklinikum Jena (Koordination/ Dozierende)
  • Prof. Dr. med. Dirk Bauerschlag, Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde und Reproduktionsmedizin, Universitätsklinikum Jena. (Unterstützer)

 

Wofür werden sie ausgezeichnet?

Mit dem Hans-Günther-Sonntag-Preis werden zwei Projekte ausgezeichnet, die in besonderer Weise zur Weiterentwicklung moderner, kompetenzorientierter Prüfungsformate im Gesundheitswesen beitragen. Im Mittelpunkt stehen dabei Prüfungen, die nicht nur Fachwissen erfassen, sondern auch praktische Fertigkeiten, professionelles Handeln und kommunikative Kompetenz angemessen abbilden. Gewürdigt werden insbesondere innovative, qualitätsgesicherte und patientenorientierte Ansätze, die fachlich überzeugen, in der Praxis anschlussfähig sind und zugleich wichtige Impulse für die Weiterentwicklung gemeinsamer Prüfungsstandards im UCAN-Netzwerk geben.

Das Projekt zu den digitalen strukturierten mündlichen Prüfungen in der Zahnmedizin greift in vorbildlicher Weise die Chancen von Kooperation im Netzwerk auf. Die neuen Staatsexamensprüfungen in der Zahnmedizin stellen eine große Herausforderung für die zahnmedizinischen Fakultäten und die Studierenden dar. Den Preisträgern ist es gelungen, einen effizienten, transparenten Prozess der Standardisierung und Qualitätssicherung unter Einbezug der Studierenden fakultätsübergreifend zu etablieren und für alle im Netzwerk zur Verfügung zu stellen.

Das Projekt zur kompetenzorientierten Prüfung der gynäkologischen Beckenuntersuchung zeichnet sich durch die realitätsnahe Vermittlung und Prüfung einer komplexen klinischen Tätigkeit aus. Die gynäkologische Untersuchung erfordert in hohem Maße empathische Kommunikation und eine sensible, professionelle Untersuchung. Das Überbringen eines auffälligen Befunds in dieser schambesetzten Situation ist für zukünftige Ärztinnen und Ärzte besonders herausfordernd und wird bisher kaum trainiert. Den Preisträgern ist es in einzigartiger Weise gelungen, spezifische gynäkologische Kommunikationskompetenz verbunden mit technischen Fertigkeiten, Kommunikation und professioneller Haltung in einem integrierten Lern- und Prüfungsformat zu pilotieren und bundesweit übertragbar zu machen. Das Feedback zu Kommunikation, Untersuchung und klinischer Beurteilung wird effizient videounterstützt sowohl im Peer-Feedback als auch durch die Dozierenden unterstützt. Damit leistet das Projekt einen wichtigen Beitrag zu Patientenzentrierung und Patientensicherheit.

Beide Projekte verbinden wissenschaftliche Fundierung, didaktische Qualität und praxisorientierte Umsetzung in exemplarischer Weise. Sie zeigen, wie Prüfungen im Gesundheitswesen so weiterentwickelt werden können, dass sie fachliche Qualität sichern, Lernprozesse fördern und zugleich den Anforderungen einer verantwortungsvollen Versorgung gerecht werden.